Zöliakie – Was tun nach der Diagnose?

Heute wurde ich auf der Plattform Instagram von jemandem angeschrieben, die erst seit zwei Wochen sich glutenfrei ernährt. Sie schrieb selbst, dass sie quasi noch in der „Orientierungsphase“ ist. Außerdem fragen oft Leute, die hören, dass ich Zöliakie habe, wie ich das mit der Umstellung gemacht habe. Da kam mir die Idee für diesen Post – also, was tun, wenn man die Diagnose Zöliake bekommen hat?
Nachdem der erste Verdacht vor der endgültigen Diagnose von Zöliakie bestand, war ich erst einmal überfragt und habe mich auf den Weg in die Untiefen des Internets (ja, ich sage bewusst Untiefen, es gibt sooo viele Seiten und ich habe echt Stunden im Internet verbracht, mich darüber zu informieren!) gemacht. Ich hatte viele Fragen, die nach und nach geklärt werden mussten. So wird es wohl jedem/jeder ergehen. Auch, wenn jetzt die „Untiefen des Internets“ etwas negativ klingen möchten – ich bin unheimlich froh die Diagnose im heutigen Zeitalter mit dem Internet bekommen zu haben – ich bekam so viele Infos und alles von zu Hause aus.

Also, Diagnose Zöliakie und jetzt….?

  • Liste mit den 15 „bösen“ Zutaten – diese Liste entweder abschreiben oder ausdrucken, in den Geldbeutel legen und mit (viiiieeel) Zeit (und der Liste zur Hand) einkaufen gehen. Lies die Zutatenliste der Produkte, die du kaufen möchtest. Steht eine Zutat aus der Liste darauf, leg es weg. Steht keine der 15 Zutaten darauf, freu dich drüber und pack es in den Einkaufswagen. :)
  • Zuhause gilt es erstmal Küchenschränke auszuräumen, auszuwischen und zu sortieren, d. h. glutenfreie von glutenhaltigen Lebensmitteln trennen. Am besten auch die glutenfreien Schränke irgendwie markieren (sodass deine Mitmenschen wissen, wohin sie ihre glutenhaltigen Lebensmittel nicht hinlegen) – ich habe beispielsweise die glutenfreien Schränke mit rotem Maskingtape markiert. Falls du lediglich einen Schrank für glutenfreie und glutenhaltige Lebensmittel zur Verfügung hast, dann gilt: glutenfreie Lebensmittel nach oben und glutenhaltige nach unten (so kann kein Gluten versehentlich auf die glutenfreien Sachen fallen).
  • Außerdem gilt es Küchenutensilien, die aus Holz sind, aus der Küche zu entfernen. Holz ist offenporig – auch, wenn wir meinen einen Holzkochlöffel sauber aus einer Spülmaschine zu ziehen – das Mehl hat sich in diese offenen Poren festgesetzt und ist so fein, dass wir es mit dem bloßen Auge nicht sehen.
  • Lerne spätestens jetzt kochen und backen! Hab Spaß beim Rezepte ausprobieren, abwandeln und eigene Kreationen erstellen :)
  • Falls du, wie ich, ein Rezeptbuch führst, also ein Buch, in dem du deine bereits gekochten oder gar Lieblingsrezepte sammelst, nicht wegschmeißen! Gehe die Rezepte nach und nach durch und schaue, welche sind glutenfrei? (Die kannst du also kochen wie du es immer tust) Für die Rezepte, die glutenhaltige Zutaten enthalten: Wie kann ich das Rezept glutenfrei machen? Viel Spaß beim Ausprobieren! :)
  • Solltest du über einen Facebook-Account verfügen, kann ich dir nahelegen der Gruppe „Zöliakie-Austausch“ beizutreten. Sie mag anfangs etwas unübersichtlich erscheinen, da täglich ein immenser Austausch stattfindet, doch sind die Leute dort für Fragen offen und antworten in der Regel schnell. Außerdem findest du dort Infos bezüglich des Basiswissens, Rezeptideen, Restaurants mit glutenfreien Speisen (nach PLZ sortiert), usw.
  • Mit Familie und Freunden über Zöliakie sprechen und sie darüber informieren, was du essen darfst und was auf keinen Fall in deinem Essen sein darf. Meine Freunde und Familie gehen super damit um und haben sich darauf eingestellt. Stellt euch am besten auf viele Fragen ein und damit ergibt sich der letzte und wichtigste Punkt….
  • Werde nach und nach Expertin/Experte in Sachen Zöliakie. :)

Ansonsten kann ich noch folgende Informationsquellen über Zöliakie empfehlen:

  • die Internetseite der deutschen Zöliakie-Gesellschaft. Dort werden weitestgehend alle Fragen beantwortet. Die DZG ist ein Verein, der uns vertritt und bereits vieles – u.a. in Sachen Lebensmittelkennzeichnung – erreicht hat. Ich bin Mitglied geworden, woraufhin ich viele Unterlagen, Bücher, Karten mit „Eine Bitte an den Koch“ in diversen Sprachen, usw. bekommen habe.
  • das Buch „Glutenfrei leben für Dummies“ kann ich nur wärmstens empfehlen! Ich habe es inzwischen mehr oder weniger durchgelesen. Zwischendurch lag´s auch bei meiner Mutter, die mehr darüber erfahren wollte. Und so kann es reihum gehen, wer mehr wissen möchte. ;)

Der Anfang bei der Umstellung mag etwas anstrengend und zeitintensiv sein. Nach und nach wird es einfacher, lass dir Zeit bis du dich selbst daran gewöhnst und dein Umfeld auch… ich hoffe, diese kleine „Starthilfe“ hilft dir/euch dabei. :)

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